Sieh das größere Bild!

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Grenzen existieren nur in unseren Köpfen

Seit einem Jahr kämpfen Politiker, Mediziner, Pharmazeuten und sicherlich auch jeder Einzelne auf seine Weise gegen die Corona-Pandemie. Diese Situation stellt die Menschheit, neben dem eigentlichen Ursache-/Wirkungsprinzip der Seuche, noch vor ein weiteres Problem, welches in seinen Ausmaßen noch nicht definierbar ist. Damit meine ich nicht die wirtschaftlichen Auswirkungen, sondern die Tatsache, dass wir uns neue Grenzen geschaffen haben. Wir haben imaginäre Grenzen geschaffen, uns in Länder unterteilt und vergessen lässt, dass wir in Wirklichkeit alle zusammenleben.

Hast Du Dir in den letzten Monaten mal die Frage gestellt, wie sich Deine Einstellung zu Reisen generell verändert hat?  Wie stehst Du Besuchern und Touristen aus fremden Ländern heute gegenüber? Werden wir möglicherweise zunehmend mit Misstrauen behaftet auf andere Menschen zugehen müssen, um unsere eigene Gesundheit zu schützen? Wir Deutsche sind ein Reisevolk. Wird diese Reiselust unvermindert weitergehen, auch wenn die Reisebedingungen in Zukunft entschärft werden?

Stell Dir einmal vor, Du würdest eine Reise zum Mond machen. Während Du in dem Raumschiff sitzt, schaust Du zurück auf die Erde. Du siehst dieses Bild des blauen Planeten und vielleicht erregt das, was Du siehst, ein klein wenig das Gefühl der Ehrfurcht in Dir.

Klar siehst Du, dass die Kontinente durch die Meere voneinander getrennt sind. Doch sind die Kontinente so groß und gewaltig, dass Du die Verbundenheit der Menschen, die auf diesem Planeten leben, immer noch deutlich sehen und erkennen kannst. 

Wir Menschen haben uns imaginäre Grenzen geschaffen. Wir haben uns in Länder und Staaten unterteilt und vergessen, dass wir in Wirklichkeit alle zusammenleben. Wir atmen dieselbe Luft, trinken aus demselben Wasser und essen die Lebensmittel, die von der derselben Erde stammen.

Ich bin mir bewusst, dass es immer noch zu viele Ungleichgewichte in der Verteilung von Ressourcen gibt: Nahrung, sauberem Wasser, politische, medizinische sowie gesundheitliche Sicherheit und Freiheit. In den meisten Fällen trifft es nichtsdestoweniger zu, dass wir alles auf diesem Planeten mit anderen Menschen teilen können. Ob wir uns dessen bewusst sein wollen oder nicht.

Veränderungen sind immer Chancen – es liegt an Dir was Du daraus machst

Was hat all dies mit dem Thema Veränderung zu tun? Es geht für mich darum, dass wir diese Pandemie als Chance begreifen und wahrnehmen können oder als eine Last und Hürde empfinden. Es steht außer Frage, dass zu viele Menschen an den Auswirkungen von Corona gestorben sind und auch noch sterben werden. Die Veränderungen, die es in uns bewirkt, können wir – jeder Einzelne für sich –  steuern, sowohl akzeptieren als auch ablehnen. Die Frage, die sich stellt: Mit welcher Position – Akzeptanz oder Ablehnung – kann ich am Ende besser leben? Ohne Zuversicht darauf, dass wir nur gemeinsam diesen Weg der Akzeptanz und  den Kampf gegen die Pandemie gehen können und uns symbolisch die Hand reichen, wird es für niemanden leichter.

Lass uns doch vielleicht einen Versuch starten! Er kostet Dich nichts. Hast Du ein Foto oder Bild von der Erde? Vielleicht besitzt Du aus einem alten Schulatlas oder aus einem Magazin solch ein Foto. Du kannst es auch im Internet suchen und ausdrucken. Häng‘ Dir dieses Bild an einer gut sichtbaren Stelle in Deinem Zuhause auf. An eine Stelle, an der Du mehrmals am Tag vorbeiläufst und der Blick unweigerlich auf dieses Foto fällt. Jedes Mal, wenn Du auf unseren Blauen Planeten schaust, versuche Dich an die Vernetzung der Menschen untereinander zu erinnern. Welche Gefühle kommen dabei in Dir hoch? Spürst Du die positive Möglichkeit, Dich auf diese Gedanken und Gefühle einzulassen, wenn Du Dir immer wieder in Erinnerung rufst, dass Du ein Teil des großen Ganzen bist? Du stehst nicht außerhalb, sondern mittendrin, so wie Dein Partner, Deine Kinder, Deine Familie und Freunde, Deine Arbeitskollegen und Nachbarn – so wie jeder Mensch und jedes Lebewesen, dass Dir tagtäglich begegnet.

Wenn wir darüber nachdenken, dass jedes Gefühl der Trennung voneinander in Wahrheit nur eine Illusion ist, werden wir auf natürliche Weise beginnen, bewusstere Entscheidungen in unserem täglichen Leben zu treffen.

Banale Vorgänge wie zum Beispiel die Zubereitung von Essen oder zu bestimmen, wie unser Müll entsorgt werden soll, kann mit einem Bewusstsein erfolgen, dass alles, was wir tun, nicht nur Dich alleine oder Dein nahes Umfeld betrifft. Es betrifft uns alle, egal wie nah oder fern Du Deine täglichen Entscheidungen im Leben umsetzt.

Deine Gedanken werden Dein Schicksal sein – Think positive

Mit dieser Art von Bewusstsein – indem wir aus uns selbst heraus die Ehrfurcht vor dem etablieren – was wir denken, was wir tun und uns weniger als ein außenstehender Teil der Gesellschaft zu betrachten – wird es einfacher bewusst zu leben und wir fallen dadurch seltener in alte Gewohnheiten zurück.

In diesem Zusammenhang kommt mir ein Spruch meines Mentors in den Sinn. Jedes Mal, wenn wir über das Thema Mindset gesprochen haben, hat er diesen Spruch zitiert, dass er mir mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen ist:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte; 

Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen;

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten;

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter;

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal! 

Lies Dir diesen Spruch mehrere Male durch – bewusst Wort für Wort, Satz für Satz! Wenn Du, wie bei einem Dreisatz, links oben Deine Gedanken stehen hast, kommt rechts unten als Ergebnis Dein Schicksal heraus. Deine Gedanken bestimmen Dein Schicksal. Dein Schicksal bestimmt Deine Gedanken. Veränderungen in Dir spiegeln nichts anderes als Deine Gedanken und Dein Schicksal wider. Aber genauso werden Deine Gedanken und Dein Schicksal auch Teil der Gemeinschaft, in der Du lebst. Wenn wir die Erde in ihrer Gesamtheit betrachten, stimmen wir uns auf die Wahrheit eines Gesamtbildes ein, das die Erde am Ende des Tages ist.

Auf intimste Weise sind wir alle miteinander verbunden, weil wir unseren Lebensraum teilen. In dem, dass wir uns unserer Verantwortung und der Realität unserer gegenseitigen Abhängigkeit bewusstwerden, können sich die Dinge in eine positive Richtung verändern. Ein Großteil der Zwietracht, Missgunst, Neid, Habgier, Hochmut usw. die wir heute sehen, kann einem kooperativen und liebevolleren Bewusstsein weichen. 

Vielleicht geschieht dies sogar bereits und wenn unser aller Bewusstsein weiterwächst, können wir uns mit den vielen anderen Köpfen verbinden, die daran arbeiten im Geist der Zusammengehörigkeit zu leben.

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt. (Mahatma Gandhi)

Befreie Deine inneren Wünsche

Befreie Deine inneren Wünsche

Der ewige innere Monolog

Kennst Du die Situation, dass Du Selbstgespräche mit Dir führst? In Deinem Inneren führst Du Monologe mit Deinem Partner, Deinem Chef, Deinen Kindern oder Eltern. Du sagst was Dir nicht passt oder vielleicht auch das was Dir besonders gut gefallen hat. Du hältst eine flammende Rede und die Worte fließen wie flüssiges Gold aus Deinem inneren Mund. Aber irgendwie kommt das nie so rüber, wenn Du dieser Person dann gegenüberstehst. Dabei war doch alles so einfach, wohlüberlegt, argumentativ und auf den Punkt. Aber leider nur in Deiner Kommunikation nach innen. Sobald es darum geht, genau diese Gefühle nach außen zu tragen, blockiert etwas in Dir, in Deinen Worten und Gedanken. Später ist alles wieder da und dann ärgerst Du Dich, dass es Dir genauso, zum rechten Zeitpunkt, nicht mehr eingefallen ist. Das ist alles eine Frage der Übung!

Deine beste Chance, das zu bekommen, was Du brauchst oder sagen möchtest, besteht darin zu lernen richtig zu kommunizieren, indem Du Deine innere Stimme in Deine äußere Stimme umwandelst. Leichter gesagt als getan, wirst Du vielleicht jetzt denken. Ich sage auch nicht, dass es einfach werden wird. Aber ich sage Dir, dass es jeder schaffen kann, besser zu kommunizieren, um sich nicht nur verständlich zu machen, sondern um das zu erreichen, was das Ziel der gesendeten Botschaft auch wirklich ist.

Das Kommunikationsquadrat

Jeder von uns hat einen internen Filterprozess entwickelt, mit dessen Hilfe wir auswählen können, welche Teile unserer ständigen inneren Monologe außerhalb unseres Kopfes geäußert werden. Manchmal basiert die Wahl auf dem, was wir für höflich oder angemessen halten. Nicht selten verwenden wir eine Art der  Subtilität anstelle von Direktheit, um zu versuchen, unseren Standpunkt zu vermitteln und genau darin liegt der Knackpunkt. Weil wir Menschen nun mal unterschiedlich kommunizieren und die gesagten Worte unterschiedlich interpretieren. Der Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun hat dazu ein Modell entwickelt, mit dem er die vier Ebenen der Kommunikation darstellt. Wenn Du diese vier Ebenen kennst und weißt, dass jede Deiner Äußerungen auf vierfache Weise wirksam ist. Ob Du willst oder nicht, jede Deiner Aussagen sendet vier Botschaften gleichzeitig aus:

  • Du gibst eine Sachinformation, in dem Du bekannt gibst, worüber du informierst
  • Du machst eine Selbstkundgabe, in dem Du festlegst, was Du von Dir zu erkennen gibst
  • Du gibst einen Beziehungshinweis, in dem Du offenbarst, was Du von der Person gegenüber hältst und wie Du zu ihr stehst
  • Du machst einen Appell und gibst kund, was Du bei der Person erreichen möchtest.

Aber, es wichtig zu verstehen, so wie Du Deine Botschaft auf vierfache Weise übermittelst, empfängt Dein Gegenüber auch auf vier verschiedenen Kanälen. Die Person entschlüsselt auf ihre Weise worüber Du informierst, was Du von Dir zu erkennen gibst, was die Person denkt wie Du zu ihr stehst und von ihr denkst und was Du mit Deiner Aussage erreichen willst. Ganz schön kompliziert, oder?

Übung macht den Meister – auch in der Kommunikation

Stimmt, insbesondere dann wenn Du als Sender Deiner Botschaft eine andere Intention verfolgst, als der Empfänger diese versteht. Schon kommt es zu Missverständnissen und dann ist der Ärger meistens vorprogrammiert. Kommt diese Situation häufiger vor und möglicherweise auch mit unterschiedlichen Personen, kann dies dazu führen, dass Du Dich in Deiner Kommunikation selbst blockierst und daraus folgt, dass die innere Stimme die Überhand gewinnt. Kommunikation ist wie Schlittschuhlaufen, je mehr und häufiger Du übst, desto fliesender wird es. Niemand springt aus dem Stand einen dreifachen Salto, ohne vorher geübt zu haben. Üben, üben, üben und nochmal üben ist das einfachste, aber auch wirksamste Rezept fliesend in der Kommunikation zu werden. Mach Dir also vor wichtigen Gesprächen bewusst, dass Deine Äußerung vier Kanäle nach außen hat, die die vier Ohr Deines Gegenübers erreicht.

Mach Dir die Auswahl Deiner Erwartungen an die andere Person klar und bewusst, was sie über Dich, Deine Gefühle und Deine Bedürfnisse wissen sollte. Deine beste Chance, das zu bekommen, was Du brauchst, besteht darin, gezielt zu kommunizieren, indem Du lernst, Deine innere Stimme in Deine äußere Stimme umzuwandeln.

Dies mag manchmal unnötig erscheinen, insbesondere wenn wir glauben, dass die andere Person dieselben Informationen hat, mit denen wir selbst arbeiten, aber wir müssen uns daran erinnern, dass sie auch ihre eigene innere Stimme hat und bewertet, was sie im Lichte ihrer eigenen Probleme und Bedürfnisse hört.

Der kommunikative Akt der Schöpfung

Mit viel Überlegen und einer Überladung von Informationen sind wir dann nicht wirklich besser dran, wenn wir endlich lernen präzise zu kommunizieren? Dies minimiert nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Fehlinterpretationen, sondern ist auch ein Schöpfungsakt, wenn wir unsere Gedanken äußern. Wir wandeln unsere Gedanken und Vorstellungskraft in Klang um und geben sie aus der Kammer unseres Geistes in die Außenwelt frei. Dies bringt Energie und Absicht mit sich und lässt unsere Gedanken, Wünsche und sogar Träume wahr werden.

Wenn wir den Mut haben, unsere Gedanken auszusprechen und unsere Stimme zu benutzen, um die Wünsche unserer Herzen von unserer inneren Welt nach außen zu senden, machen wir einen mutigen Schritt, um diese Gedanken bestmöglich zu verwirklichen.

Indem wir die Angst vor dem, was andere denken, und die Erwartung, was andere verstehen sollten, beseitigen, befreien wir uns und unsere Gedanken von der Bindung der mentalen Kammer und lassen unsere Wünsche auf die Leinwand der Welt los. Wenn wir uns das nächste Mal bewusst werden, dass wir die Wahl haben, wie wir kommunizieren möchten, können wir unsere Außenstimme verwenden und ihre kreative Kraft bei der Arbeit beobachten.

Möchtest Du besser, zielgerichteter und effektiver in Deiner Kommunikation werden, dann schreibe mir oder buche gleich ein kostenfreies Erstgespräch. 

Dein

Vom Umgang mit Enttäuschungen

Vom Umgang mit Enttäuschungen

Enttäuschung ist ein Geschenk.

Was für ein Unsinn ist das denn, magst Du nun vielleicht denken. Enttäuschung tut weh, insbesondere wenn man von einem Menschen enttäuscht wird, der einem nahe steht oder gar liebt. Trotzdem behaupte ich: Enttäuschung ist ein Geschenk oder wenigstens kann sie zu einem Geschenk werden. Es ist wichtig und lehrreich, richtig mit dem Gefühl der Enttäuschung umzugehen!

Das Geschenk der Enttäuschung ist es, uns in die Realität zurückzuholen, damit wir nicht in einem Bereich stecken bleiben, wie Dinge gewesen sein könnten. Was ist damit gemeint?

Wann immer wir etwas im Leben tun, mit einer Erwartung, wie das Geschehen ausgehen soll, riskieren wir eine Enttäuschungen. Wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir es uns vorgestellt haben, können wir eine Reihe von Emotionen spüren, von leicht enttäuscht bis extrem wütend. Unter Umständen, je nachdem was oder wer uns enttäuscht hat, kann es sogar im schlimmsten Fall zu Depressionen führen.

Lass die Emotion der Enttäuschung zu

Wir können unsere Gefühle nach innen auf uns selbst oder nach außen auf andere Menschen richten. Ob wir von uns selbst, einem Freund oder dem Leben im Allgemeinen enttäuscht sind, Enttäuschungen bringen ein schweres, unbefriedigendes Gefühl in uns hoch. Oftmals geht mit der Enttäuschung das Gefühl oder der Eindruck einher versagt zu haben, die Kontrolle über sich selbst oder eine Situation verloren zu haben. Dennoch sind Enttäuschungen ein natürlicher Teil unseres Lebens und es gibt Möglichkeiten, mit dem Gefühl der Enttäuschung umzugehen, wenn wir uns in dessen Gegenwart befinden.

Wenn wir Enttäuschungen in unserem Leben betrachten und wie wir mit ihnen umgegangen sind, können wir sehr häufig eine interessante Feststellung machen. Auf lange Sicht ist das Ergebnis der Enttäuschung besser als das, was wir vorab als Erwartung an die Situation oder die Person hatten. Klingt das skurril oder ist da möglicherweise doch etwas Wahres dran?

Jeder von uns hat doch vermutlich schon mal eine Enttäuschung in einer Partnerschaft erlebt. Vielleicht wurden wir betrogen, hintergangen, belogen oder getäuscht. Warum er, warum sie, warum ich, hast Du Dich vielleicht gefragt. Wie kann er mir das antun? Wieso hat sie mir nicht die Wahrheit gesagt? Warum habe ich der Person solange etwas vorgemacht, obwohl ich schon lange wusste, das es aus ist?

Enttäuschung ist die Brücke zur Realität

Ja, es tut weh, schmerzt, bohrt, ärgert und macht wütend. Doch das wirklich Schöne an einer Enttäuschung ist, dass sie uns eine Brücke zur anderen Seite schlägt. Dort wo die Akzeptanz der Realität, der Weisheit und der Energie uns die Möglichkeit bietet, wieder von vorne anzufangen. In einigen Fällen ist das, was passiert ist, auf lange Sicht tatsächlich sogar besser als das, was wir ursprünglich erwartet haben. 

Wie bei jedem Gefühl ist die Enttäuschung aus einem bestimmten Grund zu uns gekommen. Wir müssen keine Angst oder Scham haben, diese Gefühl anzuerkennen und zu spüren. Je mehr wir akzeptieren können, wie wir uns fühlen und diese Situation verarbeiten, desto eher werden wir neues emotionales Territorium betreten. Der häufigste Umgang mit Enttäuschung ist, dass wir uns selbst bemitleiden und im außen nach Trost suchen. Das kann schnell zu einer Endlosschleife werden, die uns nicht weiterbringen wird.

Enttäuschung – Ein Prozess in drei Akten

Ein anderer Umgang mit Enttäuschung ist, wenn wir uns einmal hinsetzen, um ganz bewusst unsere Enttäuschung zu spüren. Zuweilen hilft es ungemein über die Erfahrung der Enttäuschung zu schreiben – über die Situation, die davor war, was wir uns erhofft hatten und was passiert ist. Hat sich dadurch vielleicht schon eine andere Sicht auf die Umstände für Dich ergeben können? Nein? Dann gehen wir noch einen Schritt weiter. 

Versetzen wir uns in die Person oder die Situation, die uns enttäuscht hat und versuchen die Sicht der Dinge aus dieser anderen Perspektive zu beleuchten. Notiere Dir alles, was Dir in den Sinn kommt. Jede kleinste Kleinigkeit kann ein Mosaiksteinchen sein, um Dich weiterzubringen. Was könnte er oder sie veranlasst haben so zu handeln, dass Dich so schmerzlich verletzt hat?  War es Absicht oder unüberlegtes Handeln? Wie konnte es überhaupt aus diesem Blickwinkel zu dieser Situation kommen? Wie siehst Du als fremde Person, in der Du jetzt steckst, auf Dich selbst? Welchen Anlass könntest Du vermittelt haben, dieser Person die Gelegenheit zu geben, ‚falsch‘ gehandelt zu haben? Versuche Dich genau auf die Person und die Situation einzulassen. Versuche Deine eigenen Gefühle dabei komplett auszublenden. Wie bei einer Rolle in einem Hollywood Film, wirst Du zu der anderen Person, versuchst wie sie zu fühlen und zu handeln. Und stelle Dir wieder die Frage, hat sich durch diesen Blickwinkel eine andere Sicht auf die Umstände ergeben und beantwortet Dir ungeklärte Fragen? Nein – dann gehen wir einen weiteren Schritt.  

Schlüpfe jetzt in die Rolle des unbeteiligten Zuschauers. Du weißt ja nun wie das funktioniert und machst das richtig gut. Stell Dir vor, wie du an der Seitenlinie stehst und beobachtest, was genau geschehen ist. Schreib es unbedingt wieder auf, jedes Detail ist wichtig. Schau auch mal von oben auf die Situation herunter. Wie ein Adler schwebst Du jetzt über der Situation. Du siehst möglicherweise noch andere Personen und Dinge, die wichtig sind – aber vielleicht hast Du sie ja in Deiner Rolle übersehen oder vergessen. Ja, die ganze Situation ist sehr abstrakt und es dauert eine Weile, bis Du Dich in diese Rolle reinfinden kannst. Wenn es nicht beim ersten Mal klappt, erzwinge es nicht und lass Dir Zeit. Vielleicht meditierst Du, vielleicht triffst Du liebe Freunde oder möglicherweise schafft es ein gutes Buch oder ein Film Dir Ablenkung zu verschaffen. Gehe erst wieder in die Situation, wenn Dir danach ist und Du ein gutes Gefühl dabei hast. Lass Dir Zeit und gehe von Person zu Person, von Detail zu Detail. Stelle Fragen, die Du Dir selbst noch nicht gestellt hast.

Im Einklang mit der Realität

So wirst Du feststellen, dass das Geschenk der Enttäuschung die Fähigkeit ist, Dich mit der Realität in Einklang bringen zu können. Die Realität ist nur selten das, was Du alleine siehst, fühlst, empfindest oder tust. Die Realität hat viele Facetten und Gesichter und Deine Realität ist nicht zwangsläufig die Realität Deiner Mitmenschen. Wenn Du es mit der Übung, die ich Dir beschrieben habe, schaffen kannst, Deine Realität zu überprüfen, kommst Du bestenfalls in die Lage, nicht zu lange im Bereich der alten Denkmuster und Glaubenssätze verhaftet zu sein, die Dich glauben lassen, wie die Dinge gewesen sein könnten.

Möchtest Du mehr über den Umgang mit Enttäuschen erfahren, dann schreibe mir. Ich freue mich!

Dein

Selbstbestimmung

Selbstbestimmung

Von bewussten und unbewussten Entscheidungen

Schätze mal,  wieviel Entscheidungen Du im Durchschnitt pro Tag triffst? Es sind ca. 20.000 Entscheidungen, fast 14 Entscheidungen pro Minute. Entscheidung – einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig, fünfundzwanzig – Entscheidung – einundzwanzig, zweiundzwanzig und so weiter. Alle fünf Sekunden trifft Du also eine Entscheidung und da wir auch irgendwann mal schlafen müssen, ist der Entscheidungsprozess im Wachzustand logischerweise noch enger getaktet. Niemand schafft diese Höchstleistung im Zustand des vollen Bewusstseins und so werden die meisten Entscheidungen im Zustand des Autopiloten – manche nennen es auch Unterbewusstsein getroffen – ohne das wir darüber eine tatsächliche Macht haben.

Für Menschen, die sich nicht entscheiden können oder Angst haben die ‚richtige‘ Entscheidung zu treffen, kann dieser Zustand gelegentlich zu einem Höllentrip werden. Warum das so ist erkennen wir leicht, wenn wir uns die Herkunft des Wortes ‚entscheiden‘ einmal genauer ansehen. Der Wortstamm „sceiddan“ oder „intsceidôn“ bedeutet so viel wie ‚aus der Scheide ziehen‘ oder ‚trennen‘. Bei einer Entscheidung sind also mindestens zwei Handlungsalternativen notwendig, um mich von einer oder mehreren Optionen zu trennen. Aktives Entscheiden heißt also auch Verantwortung wahrzunehmen. Das ist einer der Hauptgründe, warum sich so viele Menschen schwertun, Entscheidungen zu treffen. Denn selten liegen wirklich alle Informationen in vollem Umfang vor und das Restrisiko der Ungewissheit bereitet einigen Menschen große Angst.

Entscheidung ist nicht gleich Entscheidung

Egal ob es um eine banale Entscheidung geht, in welches Restaurant Du mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin gehen wirst. Wird es ihm oder ihr gefallen? Hast Du dabei berücksichtigt, ob er oder sie das Essen mag und verträgt. Eine Entscheidung, die zu Beginn einer Beziehung vielleicht ein wenig mehr wiegt, als nach 20 Jahren Ehe, wenn Du Deinen Partner so gut kennen wirst, dass diese Entscheidung mehr unterbewusst als bewusst getroffen wird.

Möglicherweise steht bei Dir mal eine Entscheidung mit einer großen Auswirkung an, wie  beispielsweise der Umzug in ein anderes Haus, eine andere Stadt oder sogar in ein anderes Land. Diese Entscheidung kann nach 20 Jahren Ehe, mehr Entscheidungsschmerz bereiten, als zu Beginn der Beziehung. Die Fragen, was passiert mit dem Freundes- und Bekanntenkreis, gibt es noch schulpflichtige Kinder u.v.m. wiegen oft schwerer als in jungen Jahren. Die Lebensumstände haben bei Entscheidungen somit immer einen sehr großen Bezug.

Entscheidungen sind von heute an nicht mehr delegierbar

Der richtige Entscheidungsprozess kann Dich bestenfalls befähigen und Dir ermöglichen, die Vorteile der Selbstbestimmung zu genießen. Es kann aber auch eine Quelle der Angst sein, weil Entscheidungen uns zwingen, dass wir uns den Möglichkeiten von Unzufriedenheit und inneren Konflikten zu stellen haben. Infolgedessen entscheiden sich viele von uns dafür, Entscheidungen zu vermeiden, indem sie anderen Menschen erlauben, diese für uns zu treffen. Wir übergeben unsere Macht an Ehepartner, Verwandte, Freunde oder Kollegen und gewähren ihnen die Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Verantwortung, die aber zu Recht uns gehört!

Obwohl einige Entscheidungen, die wir treffen müssen, oft schwierig sind, werden wir mit jedem Mal autarker und sicherer, wenn wir uns selbst genug vertrauen und zutrauen. Dabei hilft es, sich bewusster zu machen, wie man entscheidet und wie gut einem diese Entscheidung getan hat. Wie kann das funktionieren und wie kann jeder einzelne diesen Bewusstseinsprozess steuern und dabei viel stärker selbst in die Hand nehmen?

Nimm Deine Entscheidungen bewusster wahr

Ich liebe zum Beispiel Kaffee, er ist für mich purer Genuss. Ich liebe den Geschmack: Heiß muss er sein und schwarz wie die Nacht – so mag ich meinen Kaffee am liebsten. Mehrmals am Tag gehe ich zu meiner Kaffeemaschine und bereite mir einen Crema. In den meisten Fällen ist es sogar eine unbewusste Tätigkeit. Dann sitze ich wieder an meinem Schreibtisch und genieße meine Tasse Kaffee. Viel zu selten mache ich mir jedoch Gedanken und nehme mir die Zeit, mir selbst für diese gute Entscheidung zu danken. Wie wäre es, dieses gute Gefühl einmal viel stärker wertzuschätzen? Sich selbst dafür belobigen, was für eine gute Entscheidung es war, sich etwas Gutes zu tun. Egal ob es der Kaffee ist, eine gute Tasse Tee, ein warmes Enstpannungsbad, eine Runde Joggen oder schlichtweg mal die Augen zu schließen, um tief durchzuatmen. Es sind die kleinen Entscheidungen im Leben, für die wir meistens nie wirklich dankbar sind. Aber es sind Handlungsentscheidungen, die uns das Wohlbefinden und den Spaß am Leben bereiten. Je mehr Du Dir selbst für Deine guten Entscheidungen dankst, gewinnst Du die Kraft, Deine Selbstbestimmung viel besser machtvoll einzusetzen und zu nutzen.

Letztendlich kannst nur Du wissen, wie sich die vorhandenen Entscheidungsoptionen auf Dein tägliches Leben und Dein langfristiges Wohlbefinden auswirken. In Dir liegt die Kraft, die Vor- und Nachteile jeder Wahl kompetent abzuwägen. Selbst wenn Du Dich mal nicht in der Lage fühlst, eine Entscheidung zu treffen, gibt Dir Deine innere Weisheit und Dein intuitiver Verstand fundierte Ratschläge, wenn Du an Dich selbst glauben kannst. Weil Du weißt, dass Du so oft tagtäglich die guten Entscheidungen für Dich triffst, die Dir einen Moment der Freude bereiten.

Versuche vor allem zu Deinen eigenen Schlussfolgerungen zu kommen, bevor Du Dich von anderen beraten lässt, und verwende ihre Vorschläge selbst dann nur als eine ergänzende Informationen und nicht als wertende Stimme!

Es gibt keine falsche Entscheidung, solange Du die Verantwortung zu tragen bereit bist

Vergiss Deine Angst vor möglichen falschen Entscheidungen. Selbst wahrgenommene Fehler können Dich auf wunderbare und unerwartete Wege führen, die Dich lebensverändernden Erfahrungen aussetzen. Wenn Du die Vorstellung loslässt, dass bestimmte Entscheidungen völlig richtig, während andere völlig falsch sind, wirst Du viel weniger versucht sein, andere Menschen aufzufordern, die Zügel Deines Schicksals zu übernehmen.

Wenn die getroffenen Entscheidungen Deine eigenen sind, wirst Du das Ergebnis dieser Entscheidungen bewusster wahrnehmen, akzeptieren und gerne die Verantwortung dafür übernehmen. Deine Entscheidungen werden eine reine Spiegelung Deiner Wünsche, Deiner Kreativität, Deines Bewusstseins und Deiner Kraft sein. Du verstehst, dass Du mit Deinen Entscheidungen leben und Verantwortung übernehmen musst und so, jedes Mal – mehr und mehr – große Sorgfalt walten lässt, wenn Du zu den Schlussfolgerungen einer Entscheidung kommst.

Wenn Du lernst, informierte und autonome Entscheidungen für Dich zu treffen, erfährst Du die notwendige Freiheit Dein Leben bewusst und ungestört – einfach komplett selbstbestimmt – zu steuern.

Hast Du auch oft Angst vor Entscheidungen oder fühlst Dich unwohl eine Entscheidung zu treffen, dann kann ich Dich dabei unterstützen bessere Entscheidungen und vor allem Selbstsicherheit in Deinem Entscheidungsprozess zu erlangen.

Dein